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Wie Sie Ihre Wirkung auf andere beeinflussen

Business Coach

„Ich bin absolut offen und jeder kann am Arbeitsplatz zu mir kommen und mir Feedback geben.“ Was für ein Standardsatz, den mir der Teilnehmer eines Workshops da vor kurzem um die Ohren warf. Und die Standardreaktion darauf? Ganz klar: Kein Teamkollege kam. Dabei hängte sich der betreffende Manager doch so rein! Woran lag es also, dass er bei seinem Team nicht ankam? Hat er seine Wirkung auf andere schlecht eingeschätzt?

Kommunikation perfekt abgewürgt

Mit seiner Verwunderung ist er nicht allein. Immer wieder sehe ich verwunderte Augen bei Menschen, die im Team arbeiten. Warum reagieren die Kollegen denn immer so gereizt, wenn Sie Urlaub beantragen? Wieso nur sind alle sofort auf 180, wenn Sie einen Vorschlag in die Diskussion einbringen? Sie finden keine Antwort.

Im Zwei-und-Zwei-Gespräch im Anschluss an den Workshop fühlte ich dem Manager auf den Zahn. Er hatte starke Schwierigkeiten, sich in die Mitglieder seines Teams hineinzuversetzen. Gleichzeitig dachte er den ganzen Tag an nichts anderes – wie es seinen Leuten besser gehen könnte, wie er die Kommunikation ankurbeln könnte und so weiter. Die ganze Arbeitssituation war völlig verkopft und totgedacht.

Eine solch einseitige Konzentration findet häufig dann statt, wenn Sie zum Perfektionismus neigen. Ihr Job ist Ihr Leben und entsprechend wollen Sie alles perfekt machen – und erwarten das Gleiche von Ihrem Chef, Ihren Mitarbeitern, Ihren Kollegen. Womöglich auch von Ihrer Familie und Ihren Freunden. Doch gerade dieser Perfektionismus erschwert die Kommunikation.

Genau diese Einschätzung gab ich dann auch dem Manager aus dem Workshop, direkt und ohne Schnörkel. Ihm fiel die Kinnlade herunter. Nach Jahren der stockenden Kommunikation in seinem Team hörte er im Feedback auf einmal Dinge, die ihm seit einer Ewigkeit niemand mehr gesagt hatte.

Weg vom „Ich“

Vielleicht geht es Ihnen ganz ähnlich. Sie versuchen, so verzweifelt, im Job jeden Tag 100 Prozent zu geben, dass Sie nicht merken, dass Sie und Ihre Kollegen mit 80 Prozent tatsächlich besser fahren würden. Was in dem Fall fehlt, ist der Blick durch eine andere Brille: Wie ist Ihre Wirkung auf andere – abseits Ihrer Ich-bezogenen Wahrnehmung – eigentlich auf andere Teammitglieder?

Wenn Sie sich diese Frage nicht ganz sicher beantworten können, dann empfehle ich Ihnen, die Perspektive zu wechseln: Halten Sie inne und treten Sie mal einen Schritt zurück. Überlegen Sie sich abends, welche Situationen es im Laufe des Tages gab: Wie haben Sie auf Ihre Kollegen reagiert, waren Sie emotional oder beleidigt, konnten Sie neutral bleiben? Und fragen Sie sich dann auch: Wie sah Ihr Verhalten aus der Sicht der Menschen in Ihrem Team aus? Wie war Ihre Wirkung auf andere?

Um die andere Perspektive besser nachvollziehen zu können, wechseln Sie auch ruhig einmal den Platz. Wie die Kollegin Sie wahrgenommen hat, wie der Chef Ihren Auftritt empfunden hat – das sehen Sie nicht unbedingt aus Ihrem Schreibtischstuhl heraus, in dem Sie tagtäglich sitzen. Wechseln Sie zumindest geringfügig den Ort und damit auch die Perspektive.

Wirkung auf andere nachempfinden

Der Manager aus meinem Workshop erkannte beim Nachspüren, dass er im Umgang mit seinen Mitarbeitern manchmal recht hart sein konnte – höflich zwar, aber doch ruppig. Eine offene Gesprächsatmosphäre beförderte das nicht, denn seine Leute duckten sich aus Angst vor schlechter Stimmung lieber weg.

Die Gefühle der anderen Teammitglieder Ihnen gegenüber so nachzuempfinden, kann unangenehm sein. Das ist aber genau der Punkt, an dem Sie ansetzen können: Sie verstehen die Reaktionen Ihnen gegenüber und erkennen, wo Sie in Ihrer Außenwirkung nachbessern können. Also trauen Sie sich ruhig einmal: Treten Sie einen Schritt zurück und versetzen Sie sich hinein in die Emotionen, die Sie in anderen auslösen. Na, wie fühlt sich das an?

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