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Arbeiten von zuhause: my Homeoffice is my castle?

Business Coach

Arbeiten von zuhause: my Homeoffice is my castle?

„Hey Kerstin, ich bin heute in Köln. Du auch? Wie wär’s, wenn ich nachher kurz auf einen Kaffee vorbeikomme?“ Ähm … Moment mal … Es ist Mittwochmorgen, ein stinknormaler Arbeitstag und ich – naja, arbeite eben! Nur dass mein Umfeld das nicht so recht zu verstehen scheint, denn ich sitze ja „nur“ im Homeoffice. Arbeiten von zuhause…

Würde ich mich hinter einem Schreibtisch in einem 20-stöckigen Bürokomplex verschanzen, käme wohl keiner auf die Idee, ich sei mitten am Tag einfach so verfügbar.

Homeoffice – ein Arbeitsort wie jeder andere

Mein Eindruck ist: Das Bild vom Arbeiten von zuhause ist immer noch reichlich verzerrt. Die Homeoffice-Kandidaten sind ja zu Hause, superflexibel und haben Zeit. Sie können doch nebenbei die Handwerker dirigieren oder immer die Pakete der ganzen Nachbarschaft annehmen …

Nein! Wenn Sie im Homeoffice sind, heißt das für Sie, dass Sie bei der Arbeit sind. Das ist Ihr Job. Punkt. Und wenn Sie sich entscheiden, in der Zeit müßig aus dem Fenster zu schauen, ändert das immer noch nichts daran, dass Sie im Homeoffice und bei der Arbeit sind – ergo: Die Aufgaben müssen erledigt werden, die Zeit ist verplant und der Kalender voll.

Es ist doch zu einer generellen Unart geworden, dass Menschen sich gegenseitig Termine in ihre Kalender packen – und das betrifft nicht nur Menschen im Homeoffice. Das Problem ist nämlich, anders formuliert: Andere bestimmen über Ihre Zeit. Nehmen Sie beispielsweise Business-Meetings: Die Kollegen setzen einen Termin fest – und Sie haben da zu sein. Oder die Schule Ihrer Kinder plant ein Sommerfest: Klar sind Sie zum Kuchenbacken eingeteilt und die Zeit für den Verkaufsstand werden Sie doch wohl auch irgendwie aufbringen können mit Ihrem easy going Homeoffice-Job. Ach ja, und wenn Ihr Bruder spontan einen Babysitter für seinen Jüngsten braucht – bei wem wird er klingeln?

Erobern Sie sich Ihr Homeoffice zurück!

Das Ergebnis: Ganz schnell bestimmen nicht mehr Sie Ihren Kalender, sondern Sie arbeiten nur noch die To-dos der anderen ab. Da hilft nur eins: Erobern Sie sich Ihr Homeoffice und Ihren Kalender zurück.

Damit das Arbeiten im Homeoffice wieder Freude bringt und effektiv ist, gibt es letztlich nur eine Lösung für Ihr Dilemma: Grenzen Sie sich ab. Das klingt hart, aber es geht um IHRE Zeit, da dürfen Sie dann schon mal ein bisschen extremer sein, finde ich. Und rantasten können Sie sich an diese neue Aufgabe ja langsam: Stellen Sie zum Beispiel im Homeoffice als Grundregel Ihr privates Telefon aus. Schließen Sie das private E-Mail-Postfach und die Tür zum Arbeitszimmer auch gleich mit.

Im nächsten Schritt folgt dann die Königsklasse: Sagen Sie nein. „Ich bin zwar zu Hause, aber ich kann die Handwerker nicht nebenbei dirigieren.“ „Ich arbeite zwar im Homeoffice, ein Kaffee ist so spontan trotzdem nicht drin – vielleicht später ein After-Work-Cocktail?“

Verantwortung annehmen

Keine Angst: So ein Nein ist weder verwerflich noch unfreundlich. Es bedeutet schlicht, dass Sie Ihre Verantwortung in Ihrer Arbeit und gegenüber Ihren Kunden ernst nehmen. Dazu gehört nun mal auch, dass Sie Ablenkungen vermeiden. Denn Hilfsbereitschaft ist schön und gut, doch den Fokus auf Ihre eigenen Aufgaben, auf Ihre erfolgreiche Zeit im Homeoffice und Ihren Kalender sollten Sie sich darüber nicht nehmen lassen.

Denn das ist ja auch das Schöne am Homeoffice: In Ihrem Kalender landet das, was Sie mit Ihrem Tag am besten vereinbaren können. Sie haben die Freiheit, zwischendurch mal zum Arzttermin zu flitzen oder – mit Vorankündigung – die Freundin in der Stadt zu treffen. Wenn Ihr Kind krank ist, dann nehmen Sie sich den Tag und schieben die Arbeit auf den Abend. Ihr Homeoffice, Ihre Freiheit: Wie Sie Ihre Zeit managen, ist Ihre Entscheidung und nicht die von anderen.

In diesem Sinne: Klappen Sie mal schnell Ihren Laptop zu und checken Sie Ihren Kalender für nächste Woche. Sind das wirklich alles IHRE Termine?

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