Zeitmanagement: wie Sie aus Zwangspausen das Beste herausholen

Zeitmanagement: wie Sie aus Zwangspausen das Beste herausholen

Der Motor stottert, Warnlämpchen blinken auf, plötzlich geht nichts mehr – na toll, was für ein Zeitverlust! Eine Autopanne mitten im Weihnachtsverkehr … Sie können sich vorstellen, wie mir zumute war, als ich kürzlich den Fahrbahnrand unfreiwillig näher bewundern durfte. Knappe zwei Stunden warten auf den Abschleppdienst. Mit jeder Minute sank mein Stimmungsbarometer weiter. Das wars wohl mir meinem perfekten Zeitmanagement…

Tja, Zeitverlust ist eben Zeitverlust, da kann man nichts machen. Oder?

Adieu, Energie!

Mit einem plötzlichen Zeitverlust konfrontiert zu sein, ist ja nun nichts Ungewöhnliches. Ich wette, Sie erleben das allein schon täglich im Job. Sei es, weil wie kürzlich das Telekom-Netz streikt und sämtliche Kommunikation über Stunden lahmgelegt ist. Oder weil der Kunde einfach nicht mit seinem Feedback um die Ecke kommt und Sie ohne es nicht sinnvoll weiterarbeiten können. Tja, oder hängt der Computer gerade mal wieder mit dem neuesten Mode-Virus in der IT-Abteilung fest?

Was auch immer, das Ergebnis ist dasselbe: Sie sind wütend!

Und laufen damit gegen die Wand. Denn sobald die Wut die Oberhand gewinnt, werden Sie handlungsunfähig. Ihre gesamte Energie fließt in den negativen Gefühlsstrudel, den der Zeitverlust auslöst. Und ja, so wird die Zwangspause ein echter Zeitverlust.

Das muss sie aber nicht.

Den negativen Filter ablegen

In meinem Fall der Fahrbahn-Hysterie warf mein Sohn mir den nötigen Rettungsring zu, um mich aus dem Negativstrudel zu ziehen. „Komm, Mama, wir lernen!“, trällerte er.

Meine Reaktion zwischen Verkehrsrauschen und Angehuptwerden können Sie sich vorstellen: „Wir machen WAS?“

Jawohl, mein Sohn hatte seine Lateinunterlagen im Gepäck und eliminierte den Zeitverlust innerhalb von Sekunden: Wir lernten Latein und quatschten. Und all das nur, weil er die Situation einen Moment lang ohne negativen Filter gesehen und das Beste aus ihr gemacht hatte.

Nun hat nicht jeder immerzu einen hilfreichen Sohn zur Hand. Die gute Nachricht: Sie schaffen das auch ganz allein, Ihren Zeitverlust in einen Zeitgewinn umzuwandeln – indem Sie sich an drei einfache Schritte halten.

In 3 Schritten zum Zeitgewinn

  1. Denken Sie analytisch: Was Sie im ersten Moment brauchen, ist der Schritt zurück – raus aus der Situation, raus aus dem negativen Beigeschmack, den Ihr Zeitverlust bringt. Und fragen Sie sich dann: Wie schlimm ist die Situation wirklich?
    Nehmen Sie meine Panne: Ja, wir standen still. Aber wir saßen beide wohlbehalten und warm in der Fahrerkabine. Uns ging es gut.
  2. Akzeptieren Sie, was Sie nicht ändern können: Die Frage ist simpel, wird bei einem plötzlichen Zeitverlust aber doch leicht vergessen: Können Sie die Situation ändern?
    Wenn Ihr Auto liegenbleibt, dann stehen Sie allen anderen Fahrern im Weg, ja. Aber ändern können Sie das nicht, nur dafür sorgen, dass es nicht schlimmer wird. Also: Warndreieck raus und akzeptieren, dass Sie nun eben in Gottes Namen mal ein Weilchen eine Straßenblockade sind.
  3. Besiegen Sie den Zeitverlust: Machen Sie es wie mein Sohn: Fragen Sie sich, wie Sie den Zeitverlust sinnvoll drehen können. Wenn sich beispielsweise im Job ein Zeitverlust ankündigt, hilft es oft schon, auf länger unbeachtete Tätigkeiten zurückzugreifen – die Ablage, die Steuer, das Aufräumen des Schreibtischs … Nehmen Sie etwas von Ihrem To-do-Stapel, für das sonst immer die Zeit fehlt.

Kein Stress beim nächsten Zeitverlust

Wie Sie einen scheinbaren Zeitverlust bewerten und wie sehr er Sie in Rage versetzt, hängt letztlich ganz von Ihrem Zeitmanagement ab. Denn der emotionale Stress, den der Zeitverlust in Ihnen verursacht, folgt aus Ihrer subjektiven Bewertung der Lage heraus.

Gönnen Sie sich hingegen die Zeit, im Kopf die drei Schritte durchzugehen, werden Sie sehen: Kaum ein Zeitverlust ist diesen hausgemachten Stress wert. Im Gegenteil: Sie können die Zeit sogar nutzen.

Zeitverlust? Nicht mit Ihnen!

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