Perfektion – musst du wirklich perfekt sein?

Ist Perfektion dein ständiger Begleiter?
„Puh, nächste Woche habe ich einen Termin mit einem Kunden. Die Präsentation muss ich nochmal ganz genau anschauen.“
„Oh je, nächste Woche ist der Kindergeburtstag meiner Tochter.“
„Der Blogartikel muss dringend nochmal überarbeitet werden!“
„Au wei, nächste Woche kommen schon wieder die Schwiegereltern!“
All diese Gedanken können der Türöffner sein für deinen Begleiter, die Perfektion. Du möchtest einen guten Eindruck bei deinen Kunden und deinen Lesern hinterlassen. Die Wohnung soll einladend und wohnlich wirken und dabei natürlich perfekt sauber sein, wenn die Schwiegereltern kommen. Und deine Tochter soll den perfekten Kindergeburtstag haben.
Damit der Perfektionismus nicht zu deinem Erfolgskiller wird, lohnt es sich für dich, deinen Begleiter im Auge zu haben und unter Umständen daran zu arbeiten. Verstehe mich nicht falsch, natürlich ist es wichtig und richtig, gute Ergebnisse abzuliefern. Ja, die Dinge, die man tut, sollte man tatsächlich auch gut machen und zu Ende bringen. Aber übertriebener Perfektionismus hat genau das zur Folge, was du nicht möchtest: Zeitdruck, Ungeduld mit den Kindern, deine Aufgabenliste wird immer länger, dein Nacken schmerzt und du schläfst schlecht. Ich weiß, ich kenne das.

Wann Perfektionismus gut ist

Es gibt Perfektionisten, die um ihre Veranlagung wissen. Und denen es gut geht, die in ihrem Leben sehr gut damit zurechtkommen. Wenn diese Menschen sehr organisiert und vorausschauend sind, kann Perfektionismus eine persönliche Stärke sein. In bestimmten Situationen und Berufen gehört Perfektionismus zum Erfolg dazu. Manchmal gibt es keine zweite Chance.
Perfekte Planung ist auch wichtig, wenn es darum geht, die Betreuung der Kinder zu organisieren, während du auf einer Dienstreise bist. Alles andere wäre fatal. Dazu gehört aber auch, im rechten Moment zu erkennen, wann der Perfektionismus stört. Und dagegen zu steuern. Natürlich ist es oft der richtige Weg, das Beste geben zu wollen. Oft, aber nicht immer!

Wann Perfektionismus schädlich ist

Denk mal an dein Leben insgesamt. Wie sehr nutzt es dir, die immer perfekte Wohnung präsentieren zu wollen? Im Haushalt immer alles zu 100% schaffen zu wollen und gleichzeitig die Geburtstagsparty bis ins kleinste Detail planen zu wollen? Jedem Kunden innerhalb von 2 Stunden antworten zu wollen?
Wieviel „gute“ Zeit bleibt dann noch für deine Kinder, deine Familie und dich selbst?
Um gelassen zu bleiben und unsere Ziele zu erreichen ist es wichtig, dass wir WICHTIGE Dinge von DRINGLICHEN Dingen und unwichtigen Dingen unterscheiden können.
Wenn wir das nicht können, landen wir schnell im Hamsterrad. Und noch schlimmer: In der unerbittlichen Selbstkritik! Und das treibt uns immer schneller an. Die Angst, in den Augen anderer nicht perfekt zu sein und den eigenen Anspruch nicht erfüllen zu können, treibt uns durch den Alltag. Aber leider nicht zu unseren wahren Zielen. Zu groß ist hier die Gefahr, dass wir uns in den VERMEINTLICH wichtigen Dingen verlieren. Dem Perfektionismus sei Dank!
Aber was ist mit den WIRKLICH wichtigen Dingen? Ich denke hier an Zeit mit und für die Familie und den Freunden. Und natürlich an die geschäftlichen Ziele, die du dir setzt. Glaub‘ mir: deine Kunden bemerken deine Fehler nicht alle. Und deine Kinder bemerken nicht, wenn die Küche mal nicht aufgeräumt ist und die Geburtstagsplanung eine kleine Lücke hatte.
Und nein: Hilfsangebote anderer sind KEINE Kritik an deiner Person. Es sind Angebote, dich zu unterstützen. Punkt. Mehr nicht.
Ich weiß, in einer perfekten Welt gibt es keine Fehler. Die Welt und das Leben sind aber nicht perfekt – zumal Perfektion in dem Auge des Betrachters liegt.

Was tun?

Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht. Spätestens wenn du unter den Auswirkungen deines Perfektionismus leidest, solltest du dich damit auseinandersetzen. Treffen vielleicht einige der folgenden Gedanken auf dich zu? „Entweder mache ich es perfekt oder gar nicht.“, „Fehler machen nur Versager.“ oder „Wenn mir etwas nicht gelingt, bekomme ich keine Anerkennung.“
Der Gedanke „Entweder mache ich es perfekt oder gar nicht.“ hat mich fast mein Business gekostet. Keine Kreativität. Stillstand.
Löse dich von diesen Gedanken. Sie sind nicht wahr. Du sabotierst dich selbst mit diesen Gedanken. Und sei mal ehrlich: Egal wie gut du etwas gemacht hast, klopft nicht der Gedanke an: “Ich hätte es noch besser machen können?“
Mit diesen Gedanken gehst du das Risiko ein, starr, stur und unflexibel zu werden. Das ist sehr, sehr schädlich für dein Business. Du riskierst körperliche Beschwerden. Das ist auch sehr, sehr schädlich. Du riskierst, den gleichen Anspruch an deine Familie und Freunde zu stellen. Das wiederum ist sehr, sehr schädlich für deine Beziehungen.
Nein, es geht nicht darum, Mittelmaß zu werden. Es geht darum, wirklich sehr gut zu sein und dennoch zu akzeptieren, dass nicht immer alles glatt läuft. Fehler passieren. Davon geht die Welt nicht unter. Es geht darum, mit Fehlern, Niederlagen, Krisen leben zu können und sich daran weiter zu entwickeln.
Wenn dich Zweifel und schlechte Gedanken plagen, tritt einen Schritt zurück und frage dich, wie schlimm ein Fehler wäre. Und ob es wichtigeres gibt. Und ob du nicht dennoch mit dir zufrieden sein kannst. Die anderen sind es sowieso. Perfektionismus in einer übersteigerten Form trennt dich eher von anderen Menschen – und von deinem zufriedenen (Business-)Leben!

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