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Wie Sie Angst vom Versagen überwinden

Laufen Sie nicht weg! Wie Sie Angst vom Versagen überwinden

Seit Wochen haben Sie das Bild von Ihrem weinenden Sohn vor sich. „Papi, warum bist du an Weihnachten nicht da?“, schluchzt Ihr Fünfjähriger, während ihm eine Träne über die rote, verweinte Backe läuft. Ihre Gedanken spielen verrückt: „Seine Mutter und ich hätten uns im Sommer nicht trennen sollen. Er wird nicht wissen, dass ich nicht kommen darf. Ich bin ein schlechter Vater. Es ist mein Versagen. Ich bin nicht da, wenn er mich braucht. Ich werde den Draht zu meinem Kind verlieren.“

Angst vom Versagen hat Sie gepackt. Und Sie kennen das, ob Sie nun in Scheidung leben oder nicht: Die Furcht vor Ereignissen oder Entwicklungen, die eintreffen KÖNNTEN, lähmt Ihre Handlungen und Ihr Denken. Das klingt vielleicht banal, aber diese Angst ist eine riesige Beeinträchtigung für Ihr Leben.

Was denken die anderen, wenn …

Wenn Sie sich dauernd fragen „Was denkt mein Sohn, was denkt meine Nachbarin, was denkt mein Chef …“, dann lassen Sie sich fremdsteuern. Von Dingen, von denen Sie gar nicht wissen, ob sie wirklich gedacht werden. Sie fühlen sich unwohl und unentspannt. Ängste versetzen Sie in problematische Hormonzustände und sind dadurch ein echter Zufriedenheitskiller.

Angst vom Versagen macht uns dabei besonders zu schaffen. Manchmal triggern bestimmte Situationen diese Angst. Wenn sich massive und unerwünschte Änderungen im Leben ankündigen, entsteht Angst und die erzeugt immer Widerstand. Wenn Sie dann beispielsweise von Umstrukturierungen gezwungen werden, Ihre Komfortzone zu verlassen, weigern Sie sich schnell und reflexartig, diese Veränderungen zu akzeptieren. Eine Sackgasse.

Widerstand als Konsequenz dieser Ängste

Widerstand ist eine logische Konsequenz der Angst. Wenn Sie es schaffen, Widerstände abzubauen, bauen Sie auch die Angst mit ab – und umgekehrt. Dabei sollten Sie keine Verhaltensänderungen über Nacht erwarten: Das Ablegen von Versagensängsten ist ein langsamer Prozess, aber meist gar nicht so schwer, wie erwartet.

Sehr analytische Menschen können sich zum Beispiel die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses vor Augen halten: Wie wahrscheinlich ist es, dass diese Versagensängste berechtigt sind? Oder dass Sie beispielsweise tatsächlich Ihren Job verlieren werden, wenn Sie einmal zu spät kommen? Wenn die Prozentzahl hoch ist, fragen Sie sich: Kann ich aktiv gegensteuern? Wie könnte ich damit umgehen? Wenn ich meinen Sohn am Weihnachtsfest nicht sehen kann oder meinen Job verlieren würde, was würde ich dann machen? Wie würde ich eine gute Lösung mit meinem Sohn finden? Was könnte die Chance an einem Jobverlust sein?

Verschiedene Handlungsoptionen

Gehen Sie mit Ihren Fragen noch einen Schritt weiter: Was wäre dann das Allerschlimmste, was eintreten würde? Viele sind überrascht, wie gering eigentlich der Effekt Ihres „Versagens“ oder des „Verlustes“ wäre. Denn Ihr Sohn wird Sie auch noch lieben, wenn Sie erst am Zweiten Weihnachtsfeiertag bei ihm sind. Gehen Sie konkret auf seine Bedürfnisse und Wünsche sein. Und Ihr Chef müsste schon ein arger Choleriker sein, dass er Sie wegen eines kleinen Ausrutschers feuert.

Solche Gedankengänge helfen Ihnen gelassener zu werden, denn Sie werden merken: Sie haben mehrere Handlungsoptionen. So können Sie mit Ihrem Sohn zum Beispiel am Nachmittag eine gemütliche Weihnachtsfeier bei sich machen. Oder Ihre Exfrau lädt Sie zu einem gemeinsamen Fest ein, wenn Sie sie fragen.

Das nimmt der ganzen Geschichte ein wenig den Schrecken, oder?

Laufen Sie nicht weg!

Was Sie sich immer vor Augen halten sollten: Diese Ängste sind menschlich. Eine erste Angst ist okay. Sie müssen nur wissen, wie Sie aus der Spirale wieder rauskommen, sonst werden Sie handlungsunfähig.

Wer in der Angst bleibt, geht in Schockstarre oder rennt weg. Ein Reflex, den die Menschen auch schon in der Steinzeit hatten. Und das wollen Sie Ihrem Sohn ja im keinen Fall antun, oder?

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