Nein sagen will gelernt sein. Ja sagen auch.

Es ist mir nun doch wieder passiert. Ich bekam diese Woche eine kurzfristige Terminanfrage und es war völlig klar, dass ich nein sagen musste. Ein Termin außerhalb Kölns, der zwei Tage in Anspruch nimmt, ist im Mai völlig unrealistisch. Kürzere Termine gerne. Aber es war völlig klar, dass so ein Termin im Mai nur funktionieren würde, wenn ich gegen meine persönlichen Regeln und Prioritäten verstoßen würde. Und allerhöchste Priorität hat mein Energiehaushalt. Warum? Nur, wenn es mir gut geht, wenn meine Akkus voll sind und ich unter meiner ganz persönlichen Belastungsgrenze bleibe, kann ich für meine Kinder da sein, mein Business auf die Reihe bekommen, für meine Kunden da sein und den ganzen Rest auch noch wuppen.

Nein sagen ist für mich überlebensnotwendig

Damit wird das Nein sagen für mich grundlegend und existentiell. Ich muss für mich sorgen! Ich brauche mal mehr und mal weniger Zeit für mich. Und ich bin mal langsamer und mal schneller. Und weil ich das vorher nicht so genau weiß, plane ich Zeitpuffer ein. Ich weiß ganz genau, was passiert, wenn ich meine Belastungsgrenze häufig und vielleicht sogar dauerhaft überschreite. Es ist für niemanden gut, wenn ich ständig müde bin und nicht genug Power habe. Ich verliere dann meine innere Stabilität und Ruhe. Jeder Tag kann dann zur Qual werden. Und das Kuriose ist dann: Je mehr ich tue, desto schwerer wird es, meine Ziele zu erreichen. Aber mit den Fehlern der Vergangenheit solltest du dich nur auseinandersetzen, um für die Gegenwart und die Zukunft deine Schlüsse zu ziehen. Hierzu mehr in meinem Blogartikel „Falsche Entscheidungen?“

Was hindert dich daran, nein zu sagen?

Tja, das ist der Knackpunkt. Es kann einige Gründe geben. Immer wenn so etwas passiert, ist das der Hinweis auf eine Unstimmigkeit. Es kann die Flucht vor etwas sein. Oder eine Überbegeisterung. Oder die Angst vor Konsequenzen. Es lohnt sich, hier mal ganz genau mit sich ins Gespräch zu gehen, warum das Nein sagen nicht geklappt hat. Was war der Gewinn, ja zu sagen? In meinem Fall war es wohl das Ego. Es ist doch immer schön, gebraucht zu werden… oder? Nun bleibt mir nichts anderes übrig als andere Vorhaben im Mai zurück zu stellen. Oder meine Belastungsgrenze zu überschreiten. Fällt dir etwas auf? So ein Ja heißt gleichzeitig zu etwas anderem Nein zu sagen. Häufig ist es sogar ein Nein zu dir selbst. Das heißt doch nichts anderes als: Nein sagen kannst du im Grunde bereits!

„Jedes Ja bedeutet auch immer ein Nein!“

Aber vielleicht sagst du nein zu den wirklich wichtigen Dingen und beim Ja sagen kommst du manchmal von deinem Weg ab.

Ja sagen zum Wichtigen und Wesentlichen und Nein sagen zum Rest

Ich habe mir angewöhnt, vor Entscheidungen, die meine Zeit oder auch Geld in Anspruch nehmen, erst einmal einen Schritt zurück zu treten. Insbesondere, wenn ich sofort dem Impuls verspüre JA zu rufen. Inzwischen bin ich so weit, dass ich das meistens spüre, wenn ich zu schnell JA rufen möchte. Meistens – diese Woche hat es mal nicht geklappt. Aber das hat mir noch mal vor Augen geführt, wie wichtig es ist, sich über die wichtigen und wesentlichen Dinge des eigenen Lebens klar zu sein. Und wie wichtig es ist, das richtige Ja und Nein sagen zu trainieren. Dann wird es auch irgendwann ganz automatisch funktionieren!

Das richtige Ja und das richtige Nein machen frei

Die falschen Entscheidungen führen zu Unzufriedenheit. Ich fühle mich dann tatsächlich als säße mir etwas im Nacken oder im Rücken. Was für ein herrliches Gefühl, wenn da nichts und niemand sitzt. Ich kann dann mit viel mehr Leichtigkeit durchs Leben gehen.
Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, wie meine persönlichen Rahmenbedingungen gestaltet sein müssen, damit es mir gut geht und ich genug Energie für alles habe. Und damit es meinem Mann und meinen Kindern gut geht. Und ich habe mich beobachtet und mir immer wieder notiert, was mich stresst und mir mehr Energie raubt als gibt. Und all das habe ich mir AUFGESCHRIEBEN und in Taten aufgehen lassen. Es sind Erkenntnisse rausgekommen wie: Maximal zwei Abendverabredungen pro Woche, ein freier Nachmittag pro Woche ohne Kinder, Bügeln möglichst vermeiden, Fenster putzen übernimmt mein Mann (danke, danke, danke), Ausstellen der Klingel, wenn ich Blogartikel schreibe, Abmelden von Newslettern, die ich nie lese usw. bis hin zur Trennung einer ineffektiven Geschäftsbeziehung.
Und wisst ihr was: Dieser Weg ist mir nicht immer so leicht gefallen, aber er macht freier!

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