Visionen – Erfolgsturbo oder Erfolgsverhinderer?

„Wer Visionen hat sollte zum Arzt gehen.“ Das Zitat von Helmut Schmidt erzeugt immer wieder Lacher und leises zustimmendes Nicken. Klar ist: In unserer rationalen Welt haben Visionen anscheinend nichts zu suchen. Aber ist das tatsächlich so? Und ist das zielführend? Werden nicht erfolgreiche und charismatische Menschen häufig als Visionäre bezeichnet? Denken Sie nur an Steve Jobs.

Sehen Sie sich mal in Ihrem Bekanntenkreis um. Sicher finden Sie dort Menschen, die im Alltagstrott versinken. Diese Menschen sind häufig zunehmend gefrustet. Aber können Sie nicht auch jemanden entdecken, der Ideen und Träume für sein Leben hat?

Mir fällt sofort eine Freundin ein, die eine klare Vision von ihrem Leben und dem Sinn dahinter hatte. Sie wollte Menschen helfen, gesund zu werden, damit sie ihr Leben leben können. Und sie wünschte sich ein Fundament durch Freunde und Familie. Das Medizinstudium wurde der Weg, diese Vision Realität werden zu lassen. Als erfolgreiche Ärztin in einem Krankenhaus kam jedoch die Ernüchterung.
So hatte sie sich das nicht vorgestellt… Sie hatte den Menschen individuell sehen wollen. Sie hatte nicht Patientennummern abarbeiten wollen. Und ihre Familie und ihre Freunde kamen auch viel zu kurz. Vision geplatzt? Nein, ganz und gar nicht!

Neuer Plan und Richtungswechsel: Raus aus der klassischen Schulmedizin, rein in alternative Heilverfahren gepaart mit ihrem medizinischen Wissen. Heute führt sie eine eigene Praxis, in der sie ihre Vision, ihren Traumberuf und ihre ganz persönlichen Vorstellungen von ihrem Leben verwirklicht hat.

 

Sind Sie Träumer oder Visionär?

Der entscheidende Punkt ist: Meine Freundin hat eben nicht nur von ihren Idealen geträumt. Sie hat sich genau überlegt, wie sie ihre Träume wahr werden lassen kann und was sie dafür tun muss. Sie hat ihr Leben in die Hand genommen und ist jeden einzelnen Schritte tatsächlich gegangen. Und das war nicht immer einfach. Es galt Strategien zu entwickeln, um persönliche, private und geschäftliche Hürden zu überwinden. Sie hat die Wirklichkeit immer wieder mit ihren Wünschen abgeglichen und gehandelt.

Aber wie steht es mit Ihnen? Gehören Sie zu den Menschen, die träumen und den ersten Schritt nicht wagen? Die jeden Tag davon genervt sind?

Dann erinnern Sie sich daran:

Nicht nur träumen, sondern machen!

 

Wie Visionen den Erfolg verhindern

Jede Vorstellung über die Zukunft entsteht mit einem Gedanken. Es folgt eine Idee. Aus Ideen werden Visionen. Aus Visionen werden Ziele und Absichten.

Visionen entstehen an der Grenze zwischen Bekanntem und Neuem, zwischen heute und morgen. Visionen bringen Wünsche und Ziele zum Ausdruck.

Aus  Ihren Visionen können dann Zukunftsbilder und Handlungsspielräume entstehen. Und: Visionen gaben Ihnen eine Richtung vor. Mehr braucht es im ersten Schritt nicht, um in die Zukunft zu starten und Strategien zu entwickeln und so Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

Wenn Sie aber Visionen als Traum verstehen, den Sie sich nur besonders gut vorstellen müssen, damit Sie ans Ziel kommen, ist der Misserfolg vorprogrammiert. „Denken Sie sich erfolgreich.“ allein funktioniert eben nicht. Warum nicht? Weil in der Vision keine Probleme auf dem Weg zum Ziel vorkommen. Und das Leben besteht nun mal ständig aus unvorhersehbaren Ereignissen und Situationen. Und wenn die in der Vision nicht vorkommen, schaffen Sie es nicht auf Widerstände, Hindernisse oder emotionale Blockaden zu reagieren.

Zu starke Visionen verhindern den Erfolg.

Ich dachte lange, eine Vision mit klaren Vorstellungen und ein Plan reichen. Nein, reichte nicht. Ich brauchte auch eine Landkarte in meinem Kopf, wie mit Hindernissen umzugehen ist. Und wie ich mit mir selbst als mein größter Saboteur umgehe. Zweifel, Ängste, Inkonsequenz, Perfektion usw. sind auch meine Begleiter.

 

Visionen als Erfolgsturbo – der richtige Umgang mit Visionen

Also: Visionen und Träume abschaffen? Nein, natürlich nicht! Machen Sie es wie meine Freundin, die Ärztin. Träumen Sie ruhig, was Sie sich wünschen.

Und dann entwickeln Sie Ihre ganz persönliche Strategie zur Erfüllung Ihrer Vision.

Überlegen Sie genau, welche Ziele Sie sich setzen und wie Sie sie erreichen. Die ersten Schritte, der Weg dorthin sind entscheidend! Und stellen Sie sich vor, welche Hindernisse Ihnen auf diesem Weg begegnen können. Wer aus Ihrem Umfeld könnte Ihre Pläne vielleicht nicht teilen? Welche Ängste und eigenen Widerstände haben Sie? Wie passt Ihre Idee genau in Ihr bisheriges Leben? Wie bekommen Sie das mit Ihrer Familie unter einen Hut? …

Und: Seien Sie auf Unvorhergesehenes eingestellt und reagieren darauf!

Überlegen Sie, welchen Gewinn Ihre Entscheidung verspricht und führen sich die positiven Seiten vor Augen. Dann können Sie mit Hürden und Rückschlägen umgehen. Wenn Ihnen klar ist, warum und wofür Sie das auf sich nehmen, motiviert Ihre Vision immer wieder aufs Neue!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Abonniere „PASSepartout“ – Kerstin Harneys Impulse, Tipps und Angebote für Dein PASSgenaues Leben & Business.

1mal pro Monat

Du kannst Dich jederzeit wieder abmelden.
Mehr zum Thema Datenschutz erfährst du hier.