Fakten, Fakten, Fakten – Warum du deinem Bauchgefühl mehr trauen solltest als Fakten

Gestern stolperte ich in einen Blogpost von Svenja Walter. Unter MEINE SVENJA bloggt Svenja über die Highlights ihrer letzten 9 Bloggerjahre, wie man mit ihr zusammenarbeiten kann und über das, was sie gerade so tut. Und all das finde ich sehr inspirierend und motivierend!

Ihr Artikel heute machte mich sehr nachdenklich. Und zuversichtlich gleichermaßen. Sie schrieb über Stolpersteine und über die Reaktionen, die sie auf ihr neuestes, aus meiner Sicht großartiges, Herzensprojekt bekam. Und über Mutmacherinnen – hier speziell Jasmin Assen, die nicht nur hinreißend, sondern vor allem auch mitreißend ist!

Doch zurück zu Svenjas Projekt. Svenja erwähnte Reaktionen, die sie auf ihr neues Projekt bekommen hat. Sie hat vermutlich viele, viele positive und begeisterte Rückmeldungen bekommen. Aber sie bekam eben auch Rat-SCHLÄGE. Von Menschen, die fragen, ob Svenja wirklich an alles gedacht hat. Oder die vielleicht sicherstellen wollen, dass sie auch weiß, dass sie etwas unbedingt machen MUSS.

Das Bauchgefühl meldet sich zu Wort

Sofort rebellierte mein Bauchgefühl. Meine Gedanken wanderten kurz weg von Svenja. Ich erinnerte mich an einige wichtige Weggabelungen in meinem Leben. Ich hatte zarte Entscheidungspflänzchen in der Hand, die langsam wuchsen. Ich hatte abgewogen, immer wieder in mich hineingehorcht, Informationen gesammelt, die Gedanken schweifen lassen und irgendwann – während dieses Wachstumsprozesses darüber gesprochen.

Fehler. Großer Fehler.

Ein gutes Beispiel ist dieser Blog. Irgendwann schlich sich die Idee in meinen Kopf, meine Gedanken zu einem „passenden Leben“ niederzuschreiben. Zu einem Leben, das Platz hat für das Bunte und die Vielfältigkeit eines Menschen und seiner Persönlichkeit. Zu einem Leben, das Platz hat für die eigene Persönlichkeit UND Business UND Familie.

Ich habe natürlich Fakten in den Entscheidungstopf geworfen. Wie geht das? Habe ich genug Ideen? Was muss ich lernen? Passt das in mein Leben? Passt es zu mir? Wie passt es zu meinem Business? Habe ich genug Zeit?

Und in den Entscheidungstopf kam auch mein Gefühl. Will ich das wirklich? Warum? Was bedeutet es eigentlich, wenn ich meine Meinung so frei preisgebe. Wie komme ich mit den Reaktionen klar? Und nach und nach begann es sich wirklich ganz gut anzufühlen.

Und dann habe ich darüber geredet. Mit einer mir sehr vertrauten Person. Mit einer Person, von der ich mir wertvollen Austausch erhoffte, mit der ich mich sehr verbunden fühlte. Fehler. Großer Fehler.

Kopf gegen Bauch

Die Reaktion: „Ich kann Blogs ja gar nicht leiden. Ich lese Blogs ja gar nicht und kann gar nicht nachvollziehen, wie man so etwas machen kann. Und was soll das bringen? Und hast du daran gedacht, wie viel Zeit das frisst. Und du musst erst mal die ganze Technik lernen.“ Aha. Gespräch beendet. Die Idee vom Blog auf Eis gelegt. Für ungefähr anderthalb Jahre.

An deiner Stelle würde ich nun die Stirn runzeln und verwundert den Kopf schütteln. Ich höre förmlich die Frage: „Hä, wieso??“ Na, ja, einerseits war mir die Meinung dieser Person wichtig. Und andererseits rumorte die Frage in meinem Kopf: “Und was soll das überhaupt bringen? Also unter rationalen, objektiven Kriterien: Was soll das bringen? Passt ja zeitlich tatsächlich nicht!“ Schließlich war Fakt, dass ich mich technisch nicht auskannte und nicht unter überflüssiger Zeit litt.

Ich habe hier vermeintlich den Fakten den Vortritt gelassen. Schaut man aber hinter die Kulisse, stellt man folgendes fest: Ich habe mein Bauchgefühl verdrängt und Fakten vorgeschoben. Ich habe mir meine Wünsche und Träume nicht nur klein reden lassen, sondern sogar ausreden lassen.

Dem Bauchgefühl vertrauen

Glücklicherweise hat Svenja das nicht getan. Sie hat sich von wohlgemeinten Ratschlagen, woran sie noch so zu denken habe usw. nicht von ihrem ganz eigenen Weg abbringen lassen. Der übrigens gut durchdacht ist UND ein „saugutes Bauchgefühl“ bei ihr erzeugt. Sie ruft STOP und geht ihren Weg weiter. Großartig.

Oft vertrauen wir unserem Bauch nicht, weil wir eine wichtige Entscheidung nicht spontan und „einfach so“ fällen wollen. Insbesondere vor anderen wollen wir unsere Entscheidung gut begründen können. Und das auch noch in ein paar Jahren.

Damit will ich nicht sagen, dass rationale Entscheidungen falsch sind. Ich will aber auch nicht sagen, dass das Bauchgefühl keine Rolle spielt. Denn:

Kopf und Bauch ergänzen sich perfekt!

Wie geht denn eigentlich Entscheidung?

Ja, natürlich haben swohl das Bauchgefühl als auch der Kopf Sinn und Zweck. Das Bauchgefühl ist ja sehr eng verwandt mit dem Unterbewusstsein. Und: Das Unterbewusstsein will Gutes. Für einfache Entscheidungen durchaus nutzbar.

Aber was ist mit komplexeren Entscheidungen, die längere und größere Auswirkungen haben?

Hier macht es Sinn, sich den Umstand zunutze zu machen, dass wir Menschen sowohl über einen Verstand verfügen und rational entscheiden können als auch ein Bauchgefühl haben, das uns sehr deutlich einen Weg weist.

Bei komplexeren Entscheidungen geht es erst einmal ans Sammeln. Informationen sammeln. In Büchern, in Blogs, im Fernsehen usw. können alle möglichen wichtigen und relevanten Informationen gesammelt werden. Oder auch im Gespräch mit anderen Menschen. Und wenn du jetzt denkst, die Lösung liegt nun darin, diese Zahlen, Daten, Fakten zu strukturieren  und sachlich zu bewerten und damit zu deiner Entscheidung zu kommen, liegst du falsch!

Nachdem du gesammelt, strukturiert und sogar bewertet hast, solltest du all das erst einmal zur Seite legen und dich NICHT mehr damit beschäftigen. Hör‘ auf, über deine Entscheidung bewusst nachzudenken. Lasse deinem Unterbewusstsein einfach Zeit, die Informationen sacken zu lassen und zu einem Bauchgefühl zu entwickeln. Aber das braucht Ruhe. Und Zeit. Vielleicht kommt dann die Klarheit ganz plötzlich – beim Kochen, beim Joggen, beim Duschen oder über Nacht. Oder sie kommt Schritt für Schritt in homöopathischen Dosen.

Und dann hast du Bauch und Kopf unter einem Hut! Und das bringt Klarheit, Stabilität und einfach ein saugutes Gefühl!

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